Beiträge dieser Woche: Klettern ohne Seil, ohne Sicherung, allein an steilen Felswänden: Free Solo ist eine der gefährlichsten Formen des Sports. Warum leben so viele Menschen nach dem Free Solo-Muster? / Warum ist Konstanz eine Reise wert? (Teil 3 der Serie „So schön ist es am Bodensee“) / Wie katholisch ist Spanien wirklich? Anlässlich der Spanienreise von Papst Leo XIV. eine berechtigte Frage. / Was macht den Kirchenlieddichter Paul Gerhardt so besonders?
Climbing without a rope, without safety equipment, alone on steep rock faces: free solo is one of the most dangerous forms of sport. Why do so many people live by the free solo model? / Why is Konstanz worth a visit? (Part 3 of the series ‘The beauty of Lake Constance’) / How Catholic is Spain really? A legitimate question in light of Pope Leo XIV’s trip to Spain. / What makes the hymn writer Paul Gerhardt so special?
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Escalar sin cuerda, sin aseguramiento, en solitario por paredes rocosas escarpadas: el «free solo» es una de las modalidades deportivas más peligrosas. ¿Por qué tanta gente vive siguiendo el modelo del «free solo»? / ¿Por qué merece la pena visitar Constanza? (Parte 3 de la serie «Así de bonito es el lago de Constanza») / ¿Hasta qué punto es realmente católica España? Una pregunta más que justificada con motivo del viaje a España del papa León XIV. / ¿Qué hace tan especial al compositor de himnos Paul Gerhardt?
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NACHDENKLICHES
Ohne Seil – und ohne Halt: Free Solo im Alltag?
Free Solo – das klingt nach absoluter Freiheit, nach Mut, nach einem Leben ohne Kompromisse. Klettern ohne Seil, ohne Sicherung, allein an steilen Felswänden. Jeder Griff muss sitzen, jeder Schritt perfekt sein. Ein einziger Fehler – und es gibt keine zweite Chance. Auf den ersten Blick wirkt das beeindruckend. Radikal. Vielleicht sogar bewundernswert. Doch gleichzeitig ist es eine der gefährlichsten Formen des Sports überhaupt. Wer Free Solo klettert, verzichtet bewusst auf das, was ihn im Ernstfall retten könnte.
Ist das nicht auch ein treffendes Bild für unser Leben heute?
Viele Menschen versuchen, ihren Weg allein zu gehen. Ohne Orientierung, ohne festen Halt, ohne etwas, das sie trägt, wenn sie ins Wanken geraten. Selbstbestimmung wird zum höchsten Wert erklärt – und Abhängigkeit als Schwäche gesehen. Doch was passiert, wenn das Leben unvorhersehbar wird? Wenn Pläne scheitern, wenn Krisen kommen, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen?
Der Glaube kann wie ein Sicherungsseil sein. Nicht, weil er uns jeden Fehltritt erspart, sondern weil er uns auffängt, wenn wir fallen. Er gibt Halt, Perspektive und Vertrauen – gerade dann, wenn wir an unsere Grenzen stoßen.
Free Solo mag spektakulär aussehen. Aber die meisten von uns würden niemals ohne Seil eine Felswand wie die auf dem Foto hinaufsteigen. Warum also sollten wir im Leben darauf verzichten? Vielleicht liegt wahre Stärke nicht darin, alles allein zu schaffen. Sondern darin, sich einzugestehen, dass man Halt braucht. Und zu wissen, wer uns am besten festhalten kann – im Leben und im Tod.
Ich habe diesen Halt in Gott gefunden. Ich weiß mich von ihm geliebt und in ihm geborgen. Dass er wirklich hält, habe ich schon mehrmals erlebt. Daher blicke ich zuversichtlich in die Zukunft, denn er hält sein Wort.

DEUTSCHLAND
So schön ist es am Bodensee (3)
Bilder zum Vergrößern anklicken. Teil 4 folgt am kommenden Sonntag.
[Die Serie „So schön ist Lüneburg“ wird nach einer Pause fortgesetzt.]

Zwischen See und Altstadt: Konstanz ist immer eine Reise wert
Konstanz ist mit knapp 87.000 Einwohnern die größte Stadt am Bodensee. Sie grenzt direkt an die Schweizer Stadt Kreuzlingen. Die lebendige Universitätsstadt vereint eine Jahrtausende alte Geschichte, eine exzellent erhaltene mittelalterliche Altstadt und eine einzigartige Lage direkt am Wasser. Persönlich-familiär haben wir einen besonderen Bezug zu Konstanz, weil unser jüngerer Sohn hier studiert hat und unsere zwei Enkelkinder hier geboren sind. Ein jährlicher Besuch ist seit mehr als 20 Jahren ein Muss. (So ist meine Bodensee-Fotosammlung enorm angewachsen. Auf dieser Seite poste ich aber nur eine Fotoauswahl von Mai 2026.)




SPANIEN

Wie katholisch ist Spanien wirklich?
Der Besuch von Papst Leo XIV. in Spanien wirkt auf den ersten Blick fast wie eine Rückkehr an einen selbstverständlichen Ort: Spanien und Katholizismus – das gehört doch zusammen. Prozessionen in der Karwoche, prachtvolle Kathedralen, Heiligenfiguren auf Dorfplätzen und eine Geschichte, die über Jahrhunderte eng mit Rom verbunden war. Doch wie katholisch ist Spanien heute tatsächlich? Die Antwort ist deutlich komplizierter, als viele Klischees vermuten lassen.
Lange galt Spanien als eines der katholischsten Länder Europas. Unter der Herrschaft der katholischen Könige, insbesondere von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, wurde der Katholizismus zu einem zentralen Bestandteil staatlicher Identität. Im 20. Jahrhundert verstärkte die Diktatur von Francisco Franco die Verbindung von Nation und Kirche nochmals: Katholisch zu sein galt nicht nur als religiöse, sondern beinahe als patriotische Selbstverständlichkeit.
Doch das Spanien des 21. Jahrhunderts sieht anders aus. Zwar bezeichnet sich noch immer ein erheblicher Teil der Bevölkerung als katholisch – je nach Umfrage bis zu 70 Prozent. Doch die Zahl der aktiv Praktizierenden ist deutlich geringer (20 Prozent). Regelmäßige Messbesuche sind vor allem unter älteren Generationen verbreitet, während viele jüngere Spanier Religion eher kulturell als spirituell verstehen. Taufe, Hochzeit in der Kirche oder religiöse Feiertage bleiben wichtig – aber oft aus Tradition, familiärer Verbundenheit oder ästhetischer Wertschätzung, nicht unbedingt aus persönlichem Glauben.

Das zeigt sich besonders eindrucksvoll in der Semana Santa, der Karwoche. Doch nicht jeder Zuschauer ist gläubig. Für viele ist die Semana Santa zugleich religiöses Ritual, kulturelles Erbe und emotionales Gemeinschaftserlebnis.
Mittlerweile bezeichnen sich schätzungsweise 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung als konfessionsfrei, agnostisch oder atheistisch. Der Islam ist die zweitgrößte Religion in Spanien. Durch Migration aus Nordafrika und dem Nahen Osten gibt es heute schätzungsweise über zwei Millionen Muslime. Protestantische Kirchen (Evangelikale, Pfingstlerische, Adventisten) bilden die größte religiöse Minderheit (ca. 1,5 bis 2 Prozent). Weiter vertreten sind orthodoxe Christen, kleine jüdische Gemeinden, Buddhismus, Hinduismus, Mormonen und Zeugen Jehovas.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel, der Spanien in den vergangenen Jahrzehnten tief verändert hat. Das Land zählt heute in vielen sozialen Fragen zu den liberaleren Gesellschaften Europas. Gleichgeschlechtliche Ehe wurde bereits 2005 eingeführt, die Rolle der Kirche in Politik und Bildung wird kritisch diskutiert, und das Vertrauen in religiöse Institutionen hat – wie in vielen europäischen Ländern – abgenommen. Besonders nach Missbrauchsskandalen verlor die Kirche moralische Autorität.
Dennoch wäre es falsch, Spanien als „entkatholisiert“ zu beschreiben. Der Katholizismus prägt den öffentlichen Raum weiterhin sichtbar. Kirchengebäude dominieren Stadtbilder, Patronatsfeste strukturieren lokale Kalender, und religiöse Symbolik ist tief in Sprache, Kunst und Alltagskultur verwurzelt. Selbst Menschen, die kaum beten oder Gottesdienste besuchen, beschreiben sich häufig noch als „kulturell katholisch“.
Gerade deshalb ist der Besuch von Papst Leo XIV. interessant. Er trifft auf ein Land, das weder streng religiös noch eindeutig säkular ist. Spanien ist heute vielleicht weniger ein „katholisches Land“ im klassischen Sinn als ein Land mit katholischem Gedächtnis. Die Kirche ist nicht mehr unangefochtene Autorität – aber sie bleibt Teil der nationalen Erzählung.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Antwort auf die Frage, wie katholisch Spanien heute ist: nicht mehr so selbstverständlich wie früher, aber kulturell viel tiefer geprägt, als es nackte Zahlen zum Kirchenbesuch vermuten lassen. Wer Spanien verstehen will, kommt am Katholizismus noch immer nicht vorbei – auch wenn viele Spanier heute ihren Glauben auf sehr eigene Weise leben. (KI-unterstützt verfasst)
KIRCHENMUSIK
Ein unermüdlicher Kirchenlieddichter: Paul Gerhardt
Rund 130 Kirchenlieder schrieb der evangelisch-lutherische Theologe Paul Gerhardt (1607-1676), und zwar in der von Krieg und Leid geprägten Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Er verlor früh seine Ehefrau und vier seiner Kinder, trotzdem schuf er Lieder voller Gottvertrauen und Hoffnung.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, „Befiehl du deine Wege“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“. Im evangelischen Kirchengesangbuch von 1993 finden sich 26 Lieder mit Texten von Paul Gerhardt, im adventistischen Gesangbuch glauben-hoffen-singen sind es 18.
Im Vorfeld des 350. Todestages Paul Gerhardts wurde der Paul-Gerhardt-Preis 2026 als bundesweiter Wettbewerb ins Leben gerufen. Den ersten Preis erhielt der Lüneburger Kirchenmusiker Daniel Stickan für seine Neuvertonung des Liedes „Du meine Seele singe“.
Eine der vielen Interpretationen des Liedes „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (3:10 Min.):
- Ausführliche APD-Meldung
- Die prämierte Vertonung von Daniel Stickan (4:05 Min.)
- Siehe auch RBB-Sendung „Lieder für die Hoffnung – Entdeckungsreise zu Paul Gerhardt“ (30 Min., bis 19.05.2028 verfügbar)
Frühere, interessante Beiträge:
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- Serie „So schön ist Lüneburg“, Teil 1: Das Rathaus
- Serie „So schön ist Lüneburg“, Teil 2: Der Stint(markt)
- Serie „So schön ist Lüneburg“, Teil 3: Der Wasserturm
- Serie „So schön ist Lüneburg“, Teil 4: Der Platz Am Sande
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