edp aktuell (2026-06-21)

Die Themen dieser Woche:

  • War der Ball drinnen oder draußen? Was kann man aus dem Videobeweis im Fußball (VAR) im Blick auf die Aussage lernen, „Ich glaube nur, was ich sehe?“
  • Fußballer spielen zuerst gegeneinander und beten anschließend miteinander: Warum tun sie das?
  • Teil 6 der Serie „So schön ist Lüneburg“: Kultur, Kunst und Knast am Marktplatz
  • Worte aus den Reden von Papst Leo XIV. während der Spanienreise, die mich angesprochen haben.
  • Vandalismus in Leipzig: Christliches Café schließt nach 26 Angriffen in drei Jahren.
 

This week’s topics:

  • Was the ball in or out? What can we learn from video assistant refereeing (VAR) in football in light of the saying, ‘I only believe what I see’?
  • Footballers play against each other first and then pray together afterwards: why do they do that?
  • Part 6 of the series ‘Lüneburg is so beautiful’: culture, art and the prison on the market square
  • Words from Pope Leo XIV’s speeches during his trip to Spain that struck a chord with me.
  • Vandalism in Leipzig: Christian café closes after 26 attacks in three years.To translate the current homepage to English, you can use the translation function in your web browser.

Los temas de esta semana:

  • ¿Estaba el balón dentro o fuera? ¿Qué se puede aprender de la prueba de vídeo en el fútbol (VAR) en relación con la frase «Solo creo lo que veo»?
  • Los futbolistas primero juegan unos contra otros y luego oran juntos: ¿por qué lo hacen?
  • 6.ª parte de la serie «Qué bonito es Lüneburg»: cultura, arte y la cárcel en la plaza del mercado
  • Frases de los discursos del papa León XIV durante su viaje a España que me han llamado la atención.
  • Vandalismo en Leipzig: una cafetería cristiana cierra tras sufrir 26 ataques en tres años.

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NACHDENKLICHES

Der Video-Assistent prüft alle relevanten Szenen im Hintergrund. Bei einem Regelverstoß oder einer Fehlentscheidung meldet er sich über Funk beim Schiedsrichter auf dem Platz. Dieser entscheidet, ob er seine Meinung direkt ändert oder sich die Szene selbst noch einmal auf einem Monitor am Spielfeldrand ansieht. (Foto: FIFA)
„Ich glaube nur, was ich sehe“ – Wirklich?

Ich kenne mich bei Fußball nicht besonders aus, aber bei den bisherigen WM-Spielen, die ich mir angesehen habe, fand ich den „Videobeweis“ sehr hilfreich. Es ist doch eine Zumutung, wenn der Schiedsrichter innerhalb von Sekunden entscheiden muss: War der Ball hinter der Linie? War es wirklich ein Foul? Stand der Stürmer im Abseits?

Seit der Einführung dieser Technik (VAR – Video Assistant Referee) können offensichtliche Fehlentscheidungen innerhalb von Sekunden korrigiert werden. Tore, die zu Unrecht gegeben oder aberkannt wurden, lassen sich überprüfen. Klare Abseitsstellungen werden erkannt. Tätlichkeiten, die dem Schiedsrichter entgangen sind, können nachträglich geahndet werden. Statistiken zeigen, dass die Zahl schwerwiegender Fehlentscheidungen deutlich zurückgegangen ist.

Die perfekte Lösung gibt es allerdings nicht: Auch mit zahlreichen Kameras, Zeitlupen und technischen Hilfsmitteln bleiben manche Situationen umstritten. Oft diskutieren Experten nach einem Spiel noch lange darüber, wie eine Szene zu bewerten ist. Manchmal zeigen zehn Kameras dieselbe Situation – und trotzdem sind sich die Menschen nicht einig. Der Grund ist einfach: Sehen allein genügt nicht immer. Unsere Wahrnehmung ist begrenzt. Wir sehen nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Wir können uns täuschen. Wir können etwas übersehen oder falsch interpretieren.

Etwas zu sehen, ist wohl nicht das letzte Kriterium. Im Alltag müssen wir uns auf Dinge verlassen, die wir nicht direkt sehen können: Niemand hat die Schwerkraft gesehen. Wir sehen nur ihre Wirkung. Niemand hat Liebe, Vertrauen oder Hoffnung unter einem Mikroskop entdeckt. Trotzdem zweifelt kaum jemand daran, dass es sie gibt. Wir vertrauen auf historische Ereignisse, die wir nie selbst beobachtet haben. Wir glauben Wissenschaftlern, Ärzten, Lehrern und Ingenieuren, obwohl wir die meisten ihrer Erkenntnisse nicht persönlich überprüfen können.

Der bekannte Satz „Ich glaube nur, was ich sehe“ klingt zunächst vernünftig. Tatsächlich lebt aber kein Mensch nach diesem Grundsatz. Unser gesamtes Leben beruht auf Vertrauen, Indizien, Erfahrungen und Schlussfolgerungen. Das gilt auch für die Frage nach Gott. Natürlich kann niemand Gott wie einen Fußball oder ein Gebäude betrachten. Aber daraus folgt nicht, dass es ihn nicht gibt. Viele Menschen sehen Hinweise auf einen Schöpfer in der Ordnung der Natur, in den Naturgesetzen, in der erstaunlichen Feinabstimmung des Universums. Der christliche Glaube fordert deshalb nicht dazu auf, den Verstand auszuschalten. Vielmehr lädt er dazu ein, die vorhandenen Hinweise ernst zu nehmen und darüber nachzudenken. Glaube bedeutet nicht, gegen die Vernunft zu handeln. Er bedeutet, aufgrund von guten Gründen Vertrauen zu wagen.

Der Videobeweis erinnert uns daran, dass die Wirklichkeit oft größer ist als das, was wir auf den ersten Blick erkennen. Wer sich ausschließlich auf das verlässt, was unmittelbar sichtbar ist, könnte am Ende gerade das Wichtigste übersehen. Daher ist die entscheidende Frage nicht: „Glaube ich nur, was ich sehe?“ Sondern: „Bin ich bereit, auch den Hinweisen nachzugehen, die über das Sichtbare hinausweisen?“ Menschen, die das tun, wurden von Jesus gelobt, als er im Gespräch mit seinem Schüler Thomas sagte: „Glücklich können sich die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“ (Johannes 20,29)

SPORT UND GLAUBE

Der Mittelfeldspieler Félix Nmecha (25) steht seit Juli 2023 bei Borussia Dortmund unter Vertrag. (Screenshot sportschau.de)
Große Erwartungen, kritische Fragen im Vorfeld – die WM 2026: Überhöhte Ticketpreise; Kritik am Rasen; Überraschende Spiele der Außenseiter; Stimmungskiller Trinkpausen; Politische Inszenierung … Ein erfreulicher Aspekt betrifft die Frage, welche Rolle der Glaube an Gott bei bekannten Fußballern und Trainern spielt. (Bild: KI-gen.)
Gegeneinander spielen, miteinander beten

Nach dem besonders erfolgreichen Auftakt der deutschen Mannschaft beteten Nationalspieler wie Felix Nmecha auf dem Spielfeld und sprachen ganz selbstverständlich über ihr Christsein in Interviews. Die Medien berichteten ausführlich (nach meiner Einschätzung überwiegend positiv) darüber.
Hier ein Zitat von Felix Nmecha:

„Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder.“

  • Die WELT dazu: „Szene mit Seltenheitswert: Nach dem Sieg betet Nmecha mit den Gegnern Arm in Arm im Mittelkreis“
  • SPORTSCHAU-Interview nach dem Spiel gegen Curaçao
  • Vom Bundesverlag (Witten) gibt es Vorschläge, Videos usw. dazu, wie man ins Gespräch über den Glauben im Rahmen der WM kommen kann

DEUTSCHLAND

So schön ist Lüneburg (6)
Kultur, Kunst, Knast: der Marktplatz
Lüneburgs Marktplatz gehört zu den schönsten historischen Plätzen Norddeutschlands. Umgeben von prächtigen Backsteinfassaden, Giebelhäusern und traditionsreichen Geschäften vermittelt er bis heute das Bild einer wohlhabenden Hansestadt. Foto: das Landgericht-Gebäude, davor der Luna-Brunnen.

Im Mittelalter war der Marktplatz einer der wichtigsten öffentlichen Bereiche der Stadt: Kaufleute handelten hier mit Salz, Bürger diskutierten über die Geschicke der Stadt, Ratsherren trafen Entscheidungen. Heute finden hier regelmäßig (mittwochs und samstags) Markttage statt. Hin und wieder werden auch Szenen für die Telenovela „Rote Rosen“ gedreht. Weiterlesen

RELIGION

Papst Leo XIV. (Foto: Ricardo Stuckert, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)
10 Sätze von Leo XIV., die mich angesprochen haben

Während seiner Spanienreise vom 6. bis 12. Juni hat Papst Leo XIV. mehrere Predigten und Ansprachen in Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa gehalten. Obwohl ich aufgrund meines Bibelverständnisses u.a. das Primat des Papstes und das Dogma seiner Unfehlbarkeit nicht anerkenne, kann ich sehr vielen seiner Aussagen nur zustimmen. Hier eine Auswahl von kurzen Zitaten, die ich besonders gut fand:

  • „Waffen können niemals einen echten und dauerhaften Frieden schaffen.“
  • „Gesetze müssen die Menschenwürde achten.“
  • „Die Würde des Menschen steht über jedem politischen Interesse.“
  • „Die Flammen der Polarisierung dürfen nicht unser gemeinsames Haus verzehren.“
  • „Fehler bestimmen nicht die Identität eines Menschen.“
  • „Der Glaube ist kein Museum der Vergangenheit.“
  • „Christen sind nicht berufen, Zuschauer zu sein.“
  • „Mauern, die trennen statt schützen, müssen fallen.“
  • „Dialog ist stärker als Ideologie.“
  • „Die Stärke einer Nation zeigt sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht.“

VANDALISMUS

Es ist bitter, dass in Deutschland so etwas geschieht. (Symbolfoto)
Nach 26 Angriffen in drei Jahren: Leipziger Café schließt

Ende Juni 2026 schließt das von einer Pfingstkirche betriebene Café „Stay“ in Leipzig-Reudnitz nach 26 Anschlägen seit der Eröffnung 2023. Der Journalist und BILD-Kolumnist Harald Martenstein schreibt dazu (zitiert nach „IDEA – Das christliche Spektrum“ 25.2026):

Das Christentum ist in Deutschland fast so bedroht wie das Auerhuhn. In Leipzig etwa muss das christliche Café einer Pfingstkirche nach jahrelangem Terror schließen. Angriffe mit Buttersäure, Exkremente, eingeschlagene Scheiben, mit Hammer und Sichel beschmierte Scheiben. Einer der Hauptvorwürfe der Aktivisten lautet, dass diese Kirche nur Paare aus Mann und Frau traut. Ich glaube, der Islam hält es ähnlich. Aber wenn eine Moschee von irgendwem so brutal angegriffen würde wie das kleine Christencafé, wäre in Deutschland ganz schön was los.

Einige bisherige Serien:

    • So schön ist Lüneburg (Übersicht i. V.)
    • Wie zuverlässig ist die Bibel? (Übersicht i. V.)

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